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Weitere Betrugsformen

Recovery Scam: Betrug nach dem Betrug erkennen

Wer Geschädigten unaufgefordert die Rückholung verlorener Gelder gegen Vorauszahlung verspricht, verfolgt häufig dieselbe Absicht wie die ursprünglichen Täter.

Einordnung

Worum es geht

Typische Situationen und Warnzeichen

  • Sie werden unaufgefordert per Telefon, E-Mail oder Messenger auf Ihren früheren Verlust angesprochen.
  • Der Anrufer kennt Details Ihres Falls, etwa die Plattform oder die Höhe Ihrer Einzahlungen.
  • Vor der angeblichen Auszahlung sollen Gebühren, Steuern, Versicherungen oder eine Kaution gezahlt werden.
  • Es wird ein sicherer Erfolg oder eine bereits „freigegebene“ Summe in Aussicht gestellt.
  • Die Absender berufen sich auf Behörden oder Kanzleien, nutzen aber kostenlose E-Mail-Adressen, ausländische Rufnummern oder abweichende Internetadressen.
  • Zahlungen sollen in Kryptowährungen, per Gutscheincode oder auf private Konten im Ausland erfolgen.
  • Sie sollen eine Fernwartungssoftware installieren oder Zugangsdaten zu Bankkonto und Wallet mitteilen.

Sofortmaßnahmen

Was Sie jetzt tun können

Diese Schritte sind in den meisten Fällen sinnvoll – unabhängig davon, ob Sie uns beauftragen.

  1. Keine Vorauszahlung leisten

    Zahlen Sie keine Gebühren, Steuern oder Kautionen für eine angekündigte Auszahlung. Behörden verlangen für die Rückgabe sichergestellter Gelder keine Vorabzahlungen auf private Konten oder in Kryptowährungen.

  2. Anbieter unabhängig überprüfen

    Rechtsanwälte lassen sich im bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) überprüfen. Nutzen Sie für Rückfragen ausschließlich Kontaktdaten aus offiziellen Quellen – nicht die aus der erhaltenen Nachricht.

  3. Keinen Fernzugriff und keine Zugangsdaten gewähren

    Installieren Sie keine Fernwartungsprogramme und geben Sie keine Passwörter, TANs oder Wallet-Schlüssel weiter. Ist das bereits geschehen, informieren Sie Ihre Bank und ändern Sie Ihre Zugangsdaten.

  4. Kontaktaufnahme dokumentieren

    Sichern Sie E-Mails, Chatverläufe, Rufnummern, übersandte Dokumente und Zahlungsaufforderungen. Diese Unterlagen sind für eine Strafanzeige und für die rechtliche Prüfung wichtig.

  5. Vorfall melden

    Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei und ergänzen Sie eine bereits bestehende Anzeige zum ursprünglichen Betrug. Haben Sie bereits gezahlt, informieren Sie zusätzlich umgehend Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister.

  6. Unsicher, was in Ihrem Fall zuerst zu tun ist?

Rechtliche Prüfung

Mögliche Prüfungsfelder

  • Seriosität des Angebots

    Wir prüfen anhand der vorliegenden Unterlagen, ob es sich um einen tatsächlich existierenden und zugelassenen Anbieter handelt oder ob Namen, Logos und Dokumente missbräuchlich verwendet werden.

  • Rückforderung geleisteter Vorauszahlungen

    Wurden bereits Gebühren gezahlt, prüfen wir je nach Zahlungsweg, ob ein Rückruf, eine Rückbuchung oder Ansprüche gegen beteiligte Kontoinhaber und Dienstleister in Betracht kommen.

  • Ansprüche aus dem ursprünglichen Betrug

    Unabhängig vom Recovery Scam prüfen wir, ob aus dem ersten Schadensfall Ansprüche bestehen können – etwa gegen Zahlungsdienstleister, Empfängerbanken oder weitere Beteiligte.

  • Verträge mit „Rückholdiensten“

    Haben Sie mit einem Dienstleister einen Vertrag geschlossen, prüfen wir dessen Wirksamkeit, mögliche Widerrufsrechte und ob bereits gezahlte Vergütungen zurückverlangt werden können.

  • Schutz Ihrer Daten

    Da die Täter offenkundig über Ihre Daten verfügen, prüfen wir, welche Maßnahmen zum Schutz vor weiterem Missbrauch sinnvoll sind, etwa bei weitergegebenen Ausweiskopien oder Kontozugängen.

Wer haften kann

Mögliche Anspruchsgegner

  • Täter hinter dem Recovery-Angebot

    Gegen die handelnden Personen kommen Ansprüche auf Rückzahlung und Schadensersatz in Betracht. Da sie regelmäßig unter falscher Identität auftreten, hängt die Durchsetzung von den Ermittlungsergebnissen ab.

  • Inhaber der Empfängerkonten

    Vorauszahlungen werden häufig auf Konten von Mittelspersonen geleitet. Gegen diese Kontoinhaber kommen zivilrechtliche Ansprüche in Betracht, abhängig davon, was sie wussten oder hätten erkennen müssen.

  • Banken und Zahlungsdienstleister

    Eine Verantwortlichkeit beteiligter Institute kommt nur unter besonderen Voraussetzungen in Betracht. Wir prüfen, ob es im konkreten Zahlungsablauf Anhaltspunkte für Pflichtverletzungen gibt.

  • Kommerzielle „Rückholdienste“

    Bei tatsächlich existierenden Dienstleistern, die gegen hohe Vorabvergütung tätig werden, kann in Betracht kommen, die vertragliche Grundlage und die erbrachte Leistung rechtlich zu überprüfen.

Ob und gegen wen Ansprüche tatsächlich bestehen, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich erst nach Prüfung der Unterlagen beurteilen.

Beweise sichern

Diese Unterlagen sollten Sie aufbewahren

Löschen Sie nichts – auch nicht aus Ärger oder Scham. Für die erste Anfrage genügt Ihre Schilderung; Unterlagen können Sie nachreichen.

  • E-Mails, Chatverläufe und Briefe des angeblichen Rückholdienstes
  • Rufnummern, Namen, Internetadressen und E-Mail-Adressen der Kontaktpersonen
  • Übersandte „Urkunden“, Vollmachten, Verträge und Gebührenrechnungen
  • Zahlungsbelege über bereits geleistete Vorauszahlungen
  • Unterlagen zum ursprünglichen Betrug (Einzahlungen, Plattform, Kommunikation)
  • Transaktionsnachweise zu Kryptowährungen (Wallet-Adressen, Transaktions-IDs)
  • Strafanzeige und Aktenzeichen der Polizei, soweit vorhanden

Unsere Vorgehensweise

So begleiten wir Ihren Fall

  1. Schritt 1: Fall schildern

    Sie beschreiben uns über das Formular in wenigen Minuten, was passiert ist. Unterlagen können Sie später nachreichen.

  2. Schritt 2: Rechtliche Prüfung

    Wir sichten Ihre Angaben, ordnen den Sachverhalt ein und prüfen, gegen wen Ansprüche in Betracht kommen.

  3. Schritt 3: Strategie

    Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung zu Chancen, Risiken und Kosten – und entscheiden selbst, ob Sie uns beauftragen.

  4. Schritt 4: Vertretung

    Wir setzen die abgestimmte Strategie um: gegenüber Banken, Zahlungsdienstleistern und weiteren Beteiligten, notfalls vor Gericht.

FAQ

Häufige Fragen zu Recovery Scam

Allgemeine Hinweise – sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

Seriöse Kanzleien nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu Geschädigten auf und versprechen keinen Erfolg. Ob eine Person als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt zugelassen ist, können Sie im bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis der BRAK nachsehen. Prüfen Sie außerdem, ob Kontaktdaten und Internetadresse mit den dort hinterlegten Angaben übereinstimmen.

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Fallprüfung

Schildern Sie uns, was passiert ist.

Wir prüfen, welche Ansprüche in Betracht kommen und welche nächsten Schritte sinnvoll sein können.

Ihre Angaben werden vertraulich behandelt. Eine Anfrage begründet noch kein Mandatsverhältnis.

Wir sind für Sie da.

Telefonisch, per E-Mail oder über die Fallprüfung – vertraulich und zunächst unverbindlich.

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