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Konto & Zahlungen

Online-Banking-Betrug: Erstattung nicht autorisierter Zahlungen

Wir prüfen, ob die Zahlungen ohne Ihre Zustimmung ausgeführt wurden und welche Ansprüche gegen die Bank in Betracht kommen.

Einordnung

Worum es geht

Typische Situationen und Warnzeichen

  • Auf Ihrem Konto finden sich Überweisungen, die Sie nicht beauftragt haben – oft mehrere kurz hintereinander.
  • Ein angeblicher Bankmitarbeiter hat Sie angerufen und Sie gebeten, zur „Stornierung“ oder „Sicherung“ Freigaben in Ihrer App zu bestätigen.
  • Sie haben auf Bitten eines Anrufers ein Fernwartungsprogramm installiert und den Zugriff auf Ihren Bildschirm erlaubt.
  • Für Ihr Konto wurde ein neues Smartphone oder ein neues TAN-Verfahren registriert, ohne dass Sie das veranlasst haben.
  • Ihr Tageslimit wurde heraufgesetzt oder es wurden Echtzeitüberweisungen ausgeführt, die Sie nicht kennen.
  • Sie können sich plötzlich nicht mehr im Online-Banking anmelden, während Zahlungen abgehen.
  • Die Bank lehnt die Erstattung mit einem kurzen Hinweis auf grobe Fahrlässigkeit ab.

Sofortmaßnahmen

Was Sie jetzt tun können

Diese Schritte sind in den meisten Fällen sinnvoll – unabhängig davon, ob Sie uns beauftragen.

  1. Zugang und Karten sperren

    Lassen Sie Online-Banking, registrierte Geräte und Karten sperren – über Ihre Bank oder den Sperr-Notruf 116 116. Halten Sie Datum und Uhrzeit der Sperrmeldung fest; nach der Anzeige haften Sie für weitere Verfügungen grundsätzlich nicht mehr.

  2. Bank unverzüglich informieren und Erstattung verlangen

    Benennen Sie die nicht autorisierten Zahlungen gegenüber Ihrer Bank und fordern Sie schriftlich die Erstattung. Bitten Sie zugleich darum, einen Rückruf der Überweisungen bei der Empfängerbank zu versuchen.

  3. Ablauf dokumentieren und Beweise sichern

    Halten Sie den Ablauf zeitnah in einem Gedächtnisprotokoll fest. Sichern Sie Anruflisten, Nachrichten, Screenshots der App-Anzeigen und Mitteilungen der Bank.

  4. Geräte prüfen und Zugangsdaten ändern

    Trennen Sie Fernzugriffe und ändern Sie Passwörter für Online-Banking und E-Mail von einem sicheren Gerät aus. Dokumentieren Sie installierte Fernwartungsprogramme, bevor Sie sie entfernen.

  5. Strafanzeige erstatten

    Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und notieren Sie das Aktenzeichen. Schildern Sie den Ablauf so genau wie möglich, denn die Angaben können später auch zivilrechtlich eine Rolle spielen.

  6. Unsicher, was in Ihrem Fall zuerst zu tun ist?

Rechtliche Prüfung

Mögliche Prüfungsfelder

  • Fehlende Autorisierung

    Wir prüfen, ob die Zahlungen ohne Ihre Zustimmung ausgelöst wurden – etwa durch Täter, die über ein selbst registriertes Gerät oder per Fernzugriff gehandelt haben. In diesem Fall kommt ein Erstattungsanspruch nach § 675u BGB in Betracht.

  • Grobe Fahrlässigkeit im Einzelfall

    Die Bank kann die Erstattung verweigern, wenn Sie Pflichten aus § 675l BGB oder den Bedingungen für das Online-Banking grob fahrlässig verletzt haben. Wir prüfen, ob der Vorwurf angesichts der konkreten Täuschung und der für Sie erkennbaren Umstände trägt.

  • Starke Kundenauthentifizierung und Geräteregistrierung

    Hat die Bank für die Zahlung oder für sicherheitsrelevante Vorgänge wie die Registrierung eines neuen Geräts keine starke Kundenauthentifizierung verlangt, kann sie sich nach § 675v Abs. 4 BGB nicht auf grobe Fahrlässigkeit berufen. Das ist häufig ein zentraler Prüfungspunkt.

  • Nachweise der Bank

    Die Bank trägt die Beweislast dafür, dass die Zahlung authentifiziert, ordnungsgemäß aufgezeichnet und nicht durch eine Störung beeinträchtigt wurde. Wir prüfen, welche Protokolle und Unterlagen die Bank vorlegt und was sich daraus tatsächlich ergibt.

  • Schutzmechanismen und auffällige Zahlungsmuster

    In Ausnahmefällen kann es eine Rolle spielen, ob die Bank auf deutlich auffällige Vorgänge hätte reagieren müssen, etwa auf ungewöhnliche Limitänderungen in Verbindung mit hohen Auslandsüberweisungen. Ob sich daraus etwas herleiten lässt, ist stets eine Frage des Einzelfalls.

Wer haften kann

Mögliche Anspruchsgegner

  • Ihre kontoführende Bank

    Bei nicht autorisierten Zahlungen kommt in erster Linie der Erstattungsanspruch gegen den eigenen Zahlungsdienstleister in Betracht. Ob er durchgreift, hängt vor allem vom Einwand der groben Fahrlässigkeit ab.

  • Inhaber des Empfängerkontos

    Gegen den Kontoinhaber, auf dessen Konto das Geld eingegangen ist, können Rückzahlungsansprüche in Betracht kommen. Häufig handelt es sich um Finanzagenten, deren Zahlungsfähigkeit offen ist.

  • Empfängerbank

    Ansprüche gegen die Bank des Empfängers kommen nur unter engen Voraussetzungen in Betracht. Wir prüfen, ob es im konkreten Fall Anhaltspunkte dafür gibt.

  • Die Täter

    Schadensersatzansprüche gegen die Täter bestehen grundsätzlich, lassen sich aber nur realisieren, wenn die Ermittlungen zu einer greifbaren Person führen.

Ob und gegen wen Ansprüche tatsächlich bestehen, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich erst nach Prüfung der Unterlagen beurteilen.

Beweise sichern

Diese Unterlagen sollten Sie aufbewahren

Löschen Sie nichts – auch nicht aus Ärger oder Scham. Für die erste Anfrage genügt Ihre Schilderung; Unterlagen können Sie nachreichen.

  • Kontoauszüge und Umsatzdetails der betroffenen Zahlungen
  • Mitteilungen der Bank zu neuen Geräten, TAN-Verfahren und Limitänderungen
  • Screenshots der Anzeigen in der Banking- oder Freigabe-App
  • Anrufliste mit Rufnummern, Datum und Uhrzeit
  • E-Mails, SMS und Chatnachrichten der Täter
  • Gedächtnisprotokoll zum Ablauf
  • Schriftverkehr mit der Bank einschließlich Ablehnungsschreiben
  • Strafanzeige und Aktenzeichen

Unsere Vorgehensweise

So begleiten wir Ihren Fall

  1. Schritt 1: Fall schildern

    Sie beschreiben uns über das Formular in wenigen Minuten, was passiert ist. Unterlagen können Sie später nachreichen.

  2. Schritt 2: Rechtliche Prüfung

    Wir sichten Ihre Angaben, ordnen den Sachverhalt ein und prüfen, gegen wen Ansprüche in Betracht kommen.

  3. Schritt 3: Strategie

    Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung zu Chancen, Risiken und Kosten – und entscheiden selbst, ob Sie uns beauftragen.

  4. Schritt 4: Vertretung

    Wir setzen die abgestimmte Strategie um: gegenüber Banken, Zahlungsdienstleistern und weiteren Beteiligten, notfalls vor Gericht.

FAQ

Häufige Fragen zu Online-Banking-Betrug

Allgemeine Hinweise – sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

Das hängt vom Einzelfall ab. Bei nicht autorisierten Zahlungen besteht grundsätzlich ein gesetzlicher Erstattungsanspruch, der aber am Einwand grober Fahrlässigkeit scheitern kann. Eine Garantie gibt es nicht – wir schätzen nach Durchsicht Ihrer Unterlagen ein, wie die Aussichten stehen.

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Fallprüfung

Schildern Sie uns, was passiert ist.

Wir prüfen, welche Ansprüche in Betracht kommen und welche nächsten Schritte sinnvoll sein können.

Ihre Angaben werden vertraulich behandelt. Eine Anfrage begründet noch kein Mandatsverhältnis.

Wir sind für Sie da.

Telefonisch, per E-Mail oder über die Fallprüfung – vertraulich und zunächst unverbindlich.

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