Viele Betroffene stoßen über Werbeanzeigen, soziale Netzwerke oder einen unerwarteten Anruf auf einen angeblichen Online-Broker. Die Website wirkt professionell, das Kundenkonto zeigt schon nach kurzer Zeit Gewinne, und ein persönlicher „Kontomanager“ meldet sich regelmäßig. Häufig beginnt es mit einem kleinen Betrag, auf den nach und nach höhere Einzahlungen folgen.
Das Problem zeigt sich meist erst, wenn Geld ausgezahlt werden soll: Die Auszahlung verzögert sich, es werden Gebühren, Steuern oder eine „Freischaltung“ verlangt, oder der Kontakt bricht ganz ab. In vielen dieser Fälle hat ein tatsächlicher Handel nie stattgefunden – die angezeigten Kontostände und Gewinne waren lediglich simuliert. Oft verfügen solche Anbieter auch nicht über die Erlaubnis, die für Finanzdienstleistungen in Deutschland erforderlich ist.
Die Verantwortlichen sitzen häufig im Ausland und treten unter wechselnden Namen auf. Ansprüche unmittelbar gegen sie durchzusetzen, ist deshalb oft schwierig. Eine rechtliche Prüfung kann dennoch sinnvoll sein, weil neben den Betreibern weitere Beteiligte in Betracht kommen – etwa Zahlungsdienstleister oder die Inhaber der Empfängerkonten. Ob und gegen wen Ansprüche bestehen, hängt vom Einzelfall ab.