Mit einer Sammelmeldung vom 30. Mai 2025 hat die BaFin vor 41 Websites gewarnt, die mit künstlicher Intelligenz und automatisierten Handelsentscheidungen werben. Die vollständige Liste der Adressen, was die Warnung bedeutet und welche Schritte Betroffene prüfen sollten.
Websites, die „intelligente“ Handelsentscheidungen durch künstliche Intelligenz versprechen, gehören zu den häufigsten Einstiegspunkten in Anlageverluste, die uns geschildert werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat dazu am 30. Mai 2025 eine Sammelmeldung mit 41 Internetadressen veröffentlicht. Dieser Beitrag führt die Adressen vollständig auf und ordnet ein, was die Warnung für Betroffene bedeutet.
Was die BaFin veröffentlicht hat
Nach der Verbrauchermitteilung der BaFin werden über die genannten Websites ohne die erforderliche Erlaubnis Finanzdienstleistungen angeboten oder vermittelt. Die Websites werben mit einem „Tor zu informierten Handelsentscheidungen“ und ähnlichen Formulierungen und sind sich in Aufbau und Versprechen sehr ähnlich. Die BaFin steht mit den Betreibern nicht in Verbindung und beaufsichtigt sie nicht.
Die 41 Internetadressen der Warnmeldung
Die Bezeichnungen in Klammern sind aus den Domainnamen abgeleitet und keine geprüften Firmennamen. Ähnliche Namen belegen keinen gemeinsamen Betreiber.
- aibotiplex.co (AI Bot iPlex)
- bitcoineerai.co (Bitcoineer AI)
- bitcoinzenix.co (Bitcoin Zenix)
- brokerriseai.com (Broker Rise AI)
- everixedgeai.com (Everix Edge AI)
- fxmasterbot.co (FX Master Bot)
- fyntrixai.co (Fyntrix AI)
- immediate-zenx.co (Immediate Zenx)
- immediateaspect.net (Immediate Aspect)
- immediatecapital.co (Immediate Capital)
- immediateflow.net (Immediate Flow)
- immediateforce.org (Immediate Force)
- immediateluminary.org (Immediate Luminary)
- immediatezenithapp.co (Immediate Zenith App)
- kikitai.co (Kiki AI)
- nearestedge.net (Nearest Edge)
- profitfury.org (Profit Fury)
- profitrex.net (Profit Rex)
- quantixprimeai.co (Quantix Prime AI)
- quantum-incomepro.com (Quantum Income Pro)
- astrariseprofits.co (Astra Rise Profits)
- austrariseprofits.co (Austra Rise Profits)
- bitcoinprismpro.online (Bitcoin Prism Pro)
- cryvonwealthapp.co (Cryvon Wealth App)
- cumbrerelmar.co (Cumbre Relmar)
- fortunemaker.co (Fortune Maker)
- gentoriozapp.co (Gentorioz App)
- gptdefinity.mobi (GPT Definity)
- gptpermaxxp.co (GPT Permax XP)
- immediate-core.co (Immediate Core)
- immediateevexpro.co (Immediate Evex Pro)
- quantixprimeai.online (Quantix Prime AI, zweite Adresse)
- quantumtradeai.co (Quantum Trade AI)
- safetrustcapital.co (Safe Trust Capital)
- smartstockai.co (Smart Stock AI)
- solvickstrenor.co (Solvick Strenor)
- spotproliaai.co (Spot Prolia AI)
- spotsanorex.online (Spot Sanorex)
- swaplasix.co (Swap Lasix)
- tradeavapro.online (Trade Ava Pro)
- zolavextraderai.co (Zolavex Trader AI)
Wie Betroffene den Ablauf typischerweise schildern
Die folgenden Muster sind allgemeine Erfahrungswerte aus Schilderungen Betroffener bei Angeboten dieser Art und keine Tatsachenbehauptung zu einer bestimmten Website: Der Kontakt beginnt mit einer Anzeige oder einem angeblichen Nachrichtenartikel. Nach der Registrierung meldet sich ein „Berater“ telefonisch und drängt zu einer ersten Einzahlung. Das Kundenkonto zeigt schnell Gewinne, weitere Einzahlungen folgen. Auszahlungen scheitern an immer neuen Bedingungen. Wer aussteigen will, wird mit Nachdruck – teils mit Drohungen – zu weiteren Zahlungen gedrängt.
Was Betroffene jetzt tun können
- Keine weiteren Zahlungen leisten – insbesondere keine „Steuern“, „Gebühren“ oder „Verifizierungszahlungen“ für eine Auszahlung.
- Unterlagen sichern: Zahlungsbelege, Kontoauszüge, Chatverläufe, E-Mails, Screenshots des Kundenkontos und der Werbung, über die der Kontakt entstand.
- Die eigene Bank oder den Kartenherausgeber informieren und Rückbuchungsmöglichkeiten prüfen lassen.
- Strafanzeige erstatten und den Vorgang der BaFin melden.
- Fernwartungssoftware, die auf Anweisung des Anbieters installiert wurde, entfernen und Zugangsdaten ändern.
Rechtliche Möglichkeiten
Die Betreiber solcher Websites sind meist nicht greifbar. In Betracht kommen deshalb Ansprüche gegen die Inhaber der Empfängerkonten, gegen beteiligte Zahlungsdienstleister und Kryptobörsen sowie in bestimmten Konstellationen gegen die eigene Bank. Die behördliche Feststellung, dass die Erlaubnis fehlt, kann für Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen von Bedeutung sein und bei der Frage eine Rolle spielen, was beteiligte Zahlungsdienstleister ab dem Datum der Veröffentlichung wissen konnten. Welche Ansprüche bestehen, hängt vom Einzelfall ab.
Fazit
Die BaFin hat am 30. Mai 2025 vor 41 Websites mit „KI-Trading“-Versprechen gewarnt. Wer bei einer dieser Adressen Geld eingezahlt hat, sollte weitere Zahlungen stoppen, Unterlagen sichern und seine Möglichkeiten prüfen lassen. Das gilt ebenso für ähnliche Angebote, die in der Liste nicht auftauchen.
Quellen
Häufige Fragen
Solche Websites werden laufend neu aufgesetzt; die BaFin kann nur vor Adressen warnen, die ihr bekannt geworden sind. Dass eine Adresse fehlt, sagt nichts über ihre Seriosität aus. Prüfen Sie, ob der Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin verzeichnet ist, und lassen Sie Ihren Fall einordnen.
Nein. Die BaFin ist Aufsichtsbehörde und setzt keine Ansprüche einzelner Anleger durch. Die Strafverfolgung liegt bei Polizei und Staatsanwaltschaft, die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche bei Ihnen – dabei unterstützen wir Sie.
Das ist nicht belegt. Die Websites ähneln sich in Aufbau und Versprechen, ein gemeinsamer Betreiber lässt sich daraus aber nicht ableiten. Dieser Beitrag behauptet keinen Zusammenhang.
